
Nachhaltig bauen –
ganzheitlich und mit attraktiven Förderungen
Seit 2020 macht die Klimapolitik nachhaltiges Bauen und Sanieren finanziell attraktiver. Wer energetisch saniert, kann zwischen zwei Fördermöglichkeiten entscheiden: der Steuerrückerstattung oder
einem Zuschuss. Mit der Steuererklärung lassen sich bis zu 20 Prozent der Kosten für die energetische Sanierung geltend machen. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sanierer*innen und Bauherr*innen staatliche Zuschüsse für Komplett sanierungen und Neubauten von der KfW, Einzelmaßnahmen fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Bei einer Komplettsanierung zur Effizienzhausstufe 85 oder besser unterstützt die KfW beispielsweise mit einem Kredit in Höhe von bis zu 150.000 Euro.
Für den energieeffizienten Neubau gibt es seit April 2022 nur noch ein Förderprogramm: die Effizienzhaus-Stufe 40 (EH40) in der Nachhaltigkeitsklasse. Voraussetzung für die Förderung ist eine
Zertifi zierung mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude.
Die Auswahl der richtigen Materialien
Voraussetzung für umwelt- und klimaschonendes Bauen ist die Verwendung ressourcenschonender und nachwachsender Rohstoffe, die möglichst
aus der Region kommen. Ein kurzer Transportweg sowie die energie- und schadstoffarme Herstellung von Materialien schützen das Klima und die
Umwelt. Inzwischen gibt es unterschiedliche Alternativen zu Stein und Beton. Holz ist in der Verarbeitung vergleichsweise energiearm, nachwachsend und regional verfügbar. Entsprechend gering ist der CO2-Ausstoß. Auch Lehm kann ein geeigneter Baustoff sein. Er ist gut verfügbar, speichert Wärme und trägt zu einem natürlichen Feuchtigkeitsgehalt bei. Zudem nimmt er überflüssige Feuchtigkeit auf, gibt sie aber, wenn benötigt, auch wieder ab, sodass ein gutes Raumklima unterstützt wird. Jute, Schilf, Zellulose, Holz- oder Hanffasern sind geeignete
ökologische Dämmstoffe.
Regenerative Energiequellen
Ein zentraler Aspekt eines umweltschonenden Neubaus ist die Verwendung regenerativer Energiequellen. Als Heizlösungen bieten sich Holz- oder Pelletöfen, Wärmepumpen und Solarheizungen an. Als Strom sollte man Ökostrom verwenden. Eine Photovoltaikanlage reduziert zudem schädliche CO2-Emissionen.
Ein ökologischer Lebensraum
Mit Blick auf ökologische Nachhaltigkeit sollten
die Außenflächen rund um das Gebäude möglichst begrünt werden, um Flächenversiegelung zu vermeiden. Wo Flächen mit Beton versiegelt oder asphaltiert werden, kann kein Regenwasser mehr
absickern und das Grundwasser auffüllen. Das
Regenwasser muss dann abgeleitet und kanalisiert werden. Bei Starkregen drohen Überschwemmungen. Beton und Asphalt werden zudem heißer als Grünflächen, die durch Verdunstung kühlen. Im Idealfall ist der Garten auch ein Lebensraum für Tiere. Mit insekten- und bienenfreundlichen Pflanzen
lässt sich dem Artensterben entgegenwirken.
Energetisch sanieren
Auch in einem Altbau lässt sich umweltfreundlich und energieeffizient wohnen. Um die Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müssen bis 2050 drei Viertel der rund 22 Millionen deutschen Gebäude saniert werden – das sind 2.500 Gebäude pro Tag. Eine Sanierung muss nicht sofort komplett erfolgen. Auch einzelne Maßnahmen, wie zum Beispiel
der Austausch der Heizung oder die Dämmung
der Fassade, machen bereits einen Unterschied.
Das Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“
Am 1. März 2023 ist die KfW mit ihrem neuen Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“ gestartet, das auf Neubauprojekte abzielt, die den KfW-Effizienzhaus-Standard 40 erfüllen, auf erneuerbare Energien zur Wärmeerzeugung setzen und eine geringe CO2-Emission aufweisen. Seit dem 1. Juni 2023 gibt es zudem von der Bundesregierung eine neue Wohneigentumsförderung für Familien, die ein klimafreundliches Eigenheim bauen oder erwerben wollen oder eine energetische Sanierung planen.
