
Geschäftsentwicklung
der Volksbank Raiffeisenbank eG
Im Geschäftsjahr 2023 waren wir mit der Bank wirtschaftlich in unseren Regionen erfolgreich. Dies spiegelt sich insbesondere auch im Wachstum des Kundenkreditgeschäftes und des Kundenwertvolumens wider. Unser Geschäftsmodell hat sich abermals in den durch Krieg, Inflation und Zinsanstieg unsicheren Zeiten bewährt. Die konsequente Umsetzung der strategischen Ausrichtung zeigte Wirkung, so dass auch in dem Geschäftsjahr 2023 ein solides Wachstum bei zufriedenstellender Ertragslage erreicht werden konnte.
Die Basis unseres Geschäftsmodells ist die gelebte Kundennähe. Zunehmend findet diese auch auf digitalen Wegen statt.
Bilanzsumme
Im Berichtsjahr erhöhte sich die Bilanzsumme um 0,7 % auf 3,658 Mrd. EUR. Ursächlich für den Anstieg der Bilanzsumme war die Ausweitung des Kreditgeschäftes.

Kundenforderungen
Die Förderung der Region auf Basis einer genossenschaftlichen Zusammenarbeit sowie
die Erfüllung der Kreditwünsche privater und
gewerblicher Kunden sind Schwerpunkte unserer geschäftlichen Strategie im Kreditgeschäft. Wir standen unseren Kunden in Zeiten von steigenden Energiepreisen, steigender Inflation und steigenden Zinsen im Geschäftsjahr 2023 weiter als verlässlicher Partner zur Seite.
Im Geschäftsjahr konnte das Kundenkreditgeschäft, insbesondere in den Branchen Baugewerbe sowie Grundstücks- und Wohnungswesen, um insgesamt 3,0 % auf 2,737 Mrd. EUR ausgebaut werden.
Wertpapieranlagen und Forderungen an
Banken
Unsere Wertpapieranlagen dienen zur Anlage
überschüssiger Mittel und stellen durch den Bestand an hochliquiden Aktiva eine angemessene Liquiditätslage sicher. Unseren
gesamten Wertpapierbestand haben wir nach
dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Nachdem im letzten Jahr der starke Zinsanstieg zu bedeutenden Kursverlusten führte, wurden im Geschäftsjahr 2023 wieder Zuschreibungen von mehr als 15 Mio. EUR verzeichnet. Die Forderungen an Banken sanken und wurden zur Refinanzierung des Kreditwachstums herangezogen.
Kundeneinlagen
Die Einlagen reduzierten sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 %. Die Kunden profitierten von deutlich positiven Einlagenzinsen. Unsere
Kunden schätzen es, dass wir gerade in unsicheren Zeiten seit über 150 Jahren als stabiler Ort für ihre Gelder zur Verfügung stehen.
Die Wertpapier-Nachfrage ist im Geschäftsjahr gestiegen und die Kunden haben an den Entwicklungen am Kapitalmarkt partizipiert.
Die Summe aus Einlagen in der Bankbilanz und betreuten Vermögen bei unseren Verbundpartnern wuchs um 2,1 % auf 4,01 Mrd. an.
Mitglieder
Die Zahl der Mitglieder belief sich zum Jahresende 2023 auf insgesamt 34.371 Mitglieder. Wir streben weiter an, unsere Mitgliederbasis zu stärken und die Menschen in der Region von unserer genossenschaftlichen Erfolgsgeschichte zu begeistern. Unsere Mitglieder profitieren exklusiv vom Zugriff auf Potenziale, Ressourcen und Netzwerke in unserer Region.
Personal- und Sozialbereich
Im Geschäftsjahr 2023 beschäftigten wir durchschnittlich 310 Vollzeitangestellte und 194 Teilzeitkräfte. 30 junge Menschen absolvieren ihre Ausbildung bei uns im Haus. Die Altersstruktur ist ausgewogen. Die Aus- und Weiterbildung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Wir haben unsere Investitionen in diesem Bereich erhöht.
Kultur ist für uns ein Lebens- und Arbeitsgefühl. Fairness, Respekt, Partnerschaft, Teamgeist und Chancengleichheit sind unsere Werte.
Vermögenslage
Das offen ausgewiesene Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 469,0 Mio. EUR und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 30,5 Mio. EUR erhöht. Die Auflösung von Reserven aus dem Vorjahr wurde hiermit bereits mehr als wieder ausgeglichen. Die Geschäftsguthaben reduzierten sich durch das Ausscheiden von Mitgliedern mit mehreren Anteilen.
Per 31.12.2023 ergab sich eine Gesamtkapitalquote gemäß CRR von 15,9 %. Die Quote reduzierte sich leicht aufgrund des erfolgreichen Kreditwachstums und ist weiterhin deutlich höher als die aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen.
Bei der Bewertung des Eigenkapitals ist die Eigenkapitalstruktur von entscheidender Bedeutung. Das Eigenkapital laut Bilanz setzt sich zu 96,9 % aus erwirtschafteten eigenen Mitteln und lediglich zu 3,1 % aus den Geschäftsguthaben unserer Mitglieder zusammen.
Damit entspricht die Eigenmittelausstattung den gesetzlichen Anforderungen und eine ausreichende Eigenmittelunterlegung für das zu erwartende Geschäftswachstum ist sichergestellt.
Mitgliedschaft in der Sicherungseinrichtung des BVR
Zur Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG) an. Das BVR ISG ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin, die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.
Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zum BVRISG tätig.

Finanz- und Liquiditätslage
Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) haben wir eingehalten.
Aufgrund unserer Liquiditätslage und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben, gehen wir davon aus, dass auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Beeinträchtigung der Zahlungsbereitschaft zu rechnen ist.
Ertragslage
Der Zinsüberschuss konnte im Vergleich zum Vorjahr um 7,6 % deutlich gesteigert werden. Aus dem Zinsüberschuss resultiert weiterhin der größte Beitrag zu den Gesamterträgen der Bank. Die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss überstieg erstmalig die Marke von 100 Mio. EUR.
Der Provisionsüberschuss als zweite wesentliche Ertragsquelle unserer Bank sank um 2,9 % auf 20,9 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Ursächlich sind geringere Erträge in der Kreditvermittlung und geringere Einmalentgelte für Projektfinanzierungen in Folge der geringen Bau- und Immobiliennachfrage. Unsere Erträge in Kontoführung, Zahlungsverkehr und Kartengeschäft konnten wir leicht steigern.
Der Personalaufwand hat sich um 0,9 Mio. EUR bzw. 2,7 % erhöht. Ursächlich sind ergebnisbedingte höhere Rückstellungen für Tantiemezahlungen sowie geringere Altersvorsorgeaufwendungen in Folge einer Auslagerung von Pensionsverpflichtungen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Mio. EUR bzw. 12,3% erhöht. Erhöhte Pflichtabgaben, steigende IT-Kosten sowie Beratungsaufwendungen im Zusammenhang mit Projekten führten zur Aufwandserhöhung. Die Abschreibungen erhöhten sich außerplanmäßig einmalig aufgrund von Bewertungsveränderungen im Immobilienbestand um 4,2 Mio. bzw. 101%.
Das Bewertungsergebnis hat sich gegenüber dem Vorjahr stark verbessert und beträgt +7,1 Mio. EUR. Ursächlich sind Zuschreibungen in den Wertpapieranlagen über mehr als 15 Mio. EUR. Im Kreditgeschäft wurde Risikovorsorge getätigt.
Zusammenfassende Beurteilung der Lage
Die Summe aus Zins- und Provisionsüberschuss erhöhte sich um 5,0 Mio. EUR bzw. 5,2 % auf 100,4 Mio. EUR. Insbesondere durch die Einmaleffekte in den Abschreibungen reduzierte sich das Betriebsergebnis vor Bewertung um 4,9 Mio. EUR auf rund 36,1 Mio. EUR. Das Ergebnis
der normalen Geschäftstätigkeit ist mit 43,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert.
Aus diesem positiven operativen Ergebnis resultieren Steuerzahlungen von 12,2 Mio. EUR. Nach Abzug der Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken ergibt sich ein Jahresüberschuss von rund 11,0 Mio. EUR. Das Betriebsergebnis nach Bewertung ist im Vergleich zu anderen Kreditinstituten unserer Bilanzsummengröße überdurchschnittlich und wird als zufriedenstellend eingestuft.
Insgesamt ist festzustellen, dass die Vermögenslage unseres Hauses durch eine gute Eigenkapitalausstattung geprägt ist. Die gebildeten
Wertberichtigungen für die erkennbaren und latenten Risiken in den Kundenforderungen sind angemessen. Für erhöhtlatente Risiken im Kreditgeschäft besteht ein ausreichendes Deckungspotenzial in Form versteuerter Wertberichtigungen.
Die Finanz- und Liquiditätslage entspricht den betrieblichen und aufsichtsrechtlichen Erfordernissen.
Aufgrund unserer risikobewussten Geschäftspolitik und der installierten Instrumentarien zur Risikosteuerung und -überwachung bewegen sich die derzeit erkennbaren Risiken der künftigen Entwicklung in einem überschaubaren und für unser Haus tragbaren Rahmen.
Die Volksbank Raiffeisenbank eG wird auch weiterhin ihren Mitgliedern und Kunden ein kompetenter Finanzdienstleister und Partner im Bankgeschäft sein.
Unseren Dank und besondere Anerkennung sprechen wir dem gesamten Team der VReG aus. Durch die Leistung und den persönlichen Einsatz jedes Einzelnen wurde die gute Entwicklung des abgelaufenen Geschäftsjahres ermöglicht.
Voraussichtliche Entwicklung – Prognosebericht –
Insgesamt erwarten wir unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass sich der Geschäftsverlauf und die Lage unserer Bank günstig entwickeln werden und die jederzeitige Einhaltung der Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität gewährleistet wird. Wir sehen durch unsere genossenschaftliche Beratung Ertragschancen in einem weiteren Wachstum des Kundenkredit- und Kundeneinlagen- und Wertpapiergeschäftes.
Für 2024 planen wir mit einem leicht sinkenden Zinsüberschuss. Wir erwarten in der zweiten Jahreshälfte 2024 leichte Zinssenkungen. Aufgrund
der derzeitigen inversen Zinsstruktur erwarten wir, dass die Zinsaufwendungen für die Kundeneinlagen stärker steigen als die Zinserträge aus Krediten und Wertpapieren. Wir planen den Provisionsüberschuss 2024 durch gezielte Vertriebsaktivitäten, unter Beachtung der Kundeninteressen, sowie einer Neueinführung von Konto- und Depotmodellen weiter zu erhöhen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung erwarten wir leicht über dem Vorjahresniveau.
Die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre wird maßgeblich vom weiteren Verlauf der Inflation und der Ukraine-Russland-Krise geprägt werden. Die möglichen Entwicklungen sind daher mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Dies kann dazu führen, dass sich die Annahmen, die unserer bisherigen Prognoserechnung zu Grunde liegen, als in Teilen nicht zutreffend erweisen.
Ergebnisverwendungsvorschlag
Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben am 12. März 2024 beschlossen, der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2023 eine Dividende von 4 % zuzüglich einer Bonus-Dividende von 4 % und damit insgesamt 8 % Dividende vorzuschlagen.
Der Aufsichtsrat und der Vorstand schlagen der Vertreterversammlung vor, den Jahresüberschuss von 10.963.356,50 EUR – unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von 57.208,86 EUR sowie nach dem Jahresabschluss mit 5.200.000,00 EUR ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen – wie folgt zu verwenden:
Zuweisung zu den gesetzlichen Rücklagen
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen
Dividende
Vortrag auf neue Rechnung
2.300.000,00 EUR
2.300.000,00 EUR
1.145.940,64 EUR
74.624,72 EUR
Itzehoe, Mai 2024
Der Vorstand
Markus Baumann
Stefan Lohmeier
Stephan Schack